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TikTok Shop Verkäufer werden in Deutschland: Voraussetzungen und Anmeldungen der Reihe nach

Mindestalter, Gewerbe, Steuernummer oder USt-IdNr., LUCID, ElektroG und Plattform-Meldepflicht: So wirst du in Deutschland TikTok-Shop-Verkäufer.

TikTok Shop ist in Deutschland seit März 2025 am Start. Laut TikTok Newsroom (März 2026) verkaufen dort inzwischen über 25.000 Händlerinnen und Händler. TikTok spricht von potenziell über 27 Millionen Menschen, die TikTok in Deutschland jeden Monat nutzen. Laut TikTok machen Verkäufer im Schnitt 60 % ihres Umsatzes über Shoppable Videos und Live-Shopping. Klingt nach Chance – ist es auch. Bevor du das erste Produkt einstellst, brauchst du aber die richtigen Anmeldungen in der richtigen Reihenfolge. Dieser Artikel zeigt dir, was du als Verkäufer in Deutschland vorbereiten musst und wo die typischen Stolperfallen liegen.

Hinweis: Dieser Artikel erklärt die allgemeine Rechtslage und die Angaben von TikTok zum Zeitpunkt der Recherche (Oktober 2026). Er ist keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Die Anforderungen von TikTok können sich ändern. Prüf sie vor dem Start in der Seller University.

Die Grundvoraussetzungen

Laut TikTok Newsroom liegt das Mindestalter für TikTok Shop bei 18 Jahren. Außerdem fragt TikTok im Onboarding nach deiner Unternehmensart. Für Deutschland nennt der Onboarding-Leitfaden der TikTok Shop Seller University (Stand 01.06.2026) unter anderem diese Varianten:

Unternehmensart bei TikTokWas TikTok laut Leitfaden verlangt (DE)
Einzelunternehmer*in (im Handelsregister eingetragen, z. B. e. K.)Eintrag im nationalen Handelsregister mit aktivem Status, Registrierungsnummer, USt-IdNr. (in DE erforderlich), eingetragene Geschäftsadresse, Ausweis- und Gesichtsverifizierung, Adressnachweis (jünger als 3 Monate)
Gewerbliche*r Verkäufer*in (ohne Handelsregistereintrag, z. B. normales Kleingewerbe)Keine Angaben zur Unternehmensregistrierung, aber persönliche Steuernummer (in DE erforderlich), Adresse, Identitätsverifizierung, Adressnachweis
GbR (nur in DE)USt-IdNr. (Pflicht), Nachweis der Gewerbeanmeldung, Vertreter*in mit mehr als 25 % der Anteile
Unternehmen in Privatbesitz (z. B. GmbH)Handelsregister, Registrierungsnummer, Vertreter*in mit Identitätsprüfung

Als Ausweis akzeptiert TikTok laut Leitfaden in Deutschland Reisepass, Personalausweis und unbefristeten Aufenthaltstitel. Ein Führerschein reicht nicht. Wichtig: Wähle die Unternehmensart, die zu deinen offiziellen Dokumenten passt. Darauf weist TikTok ausdrücklich hin.

Für dich heißt das: Es gibt für Einzelpersonen zwei Wege. Bist du im Handelsregister eingetragen (etwa als e. K.), wählst du „Einzelunternehmer*in“ und brauchst die USt-IdNr. Hast du ein normales Gewerbe ohne Handelsregistereintrag, ist „Gewerbliche*r Verkäufer*in“ vorgesehen – dann verlangt TikTok deine persönliche Steuernummer, aber keine USt-IdNr. In beiden Fällen brauchst du Unterlagen vom Finanzamt, bevor du startest. Gebühren oder Provisionssätze nennt der Leitfaden nicht.

Die Reihenfolge der Anmeldungen

Viele fangen mit dem Shop an und merken dann, dass Nummern fehlen. Besser ist diese Reihenfolge:

1. Gewerbe anmelden

Wer ein Gewerbe beginnt, muss das nach § 14 GewO „gleichzeitig“ beim Gewerbeamt anzeigen. Ob in deinem Fall ein Gewerbe oder etwas anderes passt, erklärt der Ratgeber Einzelunternehmen gründen: Gewerbe oder Freiberufler.

2. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Nach der Gewerbeanmeldung meldest du dich beim Finanzamt. Die Auskünfte im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung übermittelst du elektronisch, in der Regel über ELSTER (§ 138 Abs. 1b AO). Die Frist: innerhalb eines Monats nach Eröffnung (§ 138 Abs. 4 AO). Du bekommst danach deine Steuernummer.

3. USt-IdNr. beantragen

Laut Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) kreuzt du bei einer Neugründung im Fragebogen einfach das Feld für die USt-IdNr. an. Das Finanzamt leitet den Antrag dann automatisch weiter. Es gibt auch ein Online-Formular beim BZSt. Zwei Dinge solltest du wissen: Die USt-IdNr. wird erst vergeben, wenn deine umsatzsteuerliche Erfassung beim Finanzamt abgeschlossen ist. Und sie kommt ausschließlich per Post. Plan dafür also etwas Zeit ein.

4. Verpackungsregister LUCID

Laut der Zentralen Stelle Verpackungsregister gilt: Wer in Deutschland verpackte Waren vertreibt, muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein. Für bestimmte Verpackungen reicht die Registrierung allein nicht, dann brauchst du zusätzlich eine Systembeteiligung. Die ZSVR weist auf Regeln hin, die seit dem 12. August 2026 gelten, und verweist dazu auf die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz. Wie die Registrierung genau abläuft, zeigt der Ratgeber LUCID Verpackungsregister anmelden.

5. Bei Elektrogeräten: Registrierung nach ElektroG

Verkaufst du Elektro- oder Elektronikgeräte, kannst du als „Hersteller“ im Sinne des ElektroG gelten. Das gilt zum Beispiel, wenn du Geräte unter deiner eigenen Marke anbietest oder Geräte aus dem Ausland erstmals in Deutschland anbietest (§ 3 Nr. 9 ElektroG). Hersteller müssen sich vor dem Inverkehrbringen registrieren lassen (§ 6 Abs. 1 ElektroG). Das übernimmt die stiftung ear, die das Umweltbundesamt damit beliehen hat. Ohne ordnungsgemäße Registrierung dürfen Betreiber von Online-Marktplätzen das Anbieten dieser Geräte laut § 6 Abs. 2 ElektroG nicht ermöglichen. Außerdem musst du deine Registrierungsnummer beim Anbieten und auf Rechnungen angeben (§ 6 Abs. 3 ElektroG).

Checkliste zum Abhaken

  • Mindestens 18 Jahre alt
  • Gewerbe beim Gewerbeamt angemeldet
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER abgeschickt (Frist: 1 Monat)
  • Steuernummer erhalten
  • Passenden Weg gewählt: mit Handelsregistereintrag „Einzelunternehmer*in“ (USt-IdNr. nötig) oder ohne „Gewerbliche*r Verkäufer*in“ (persönliche Steuernummer nötig)
  • Bei Bedarf USt-IdNr. beantragt und per Post erhalten
  • LUCID-Registrierung und, falls nötig, Systembeteiligung
  • Bei Elektrogeräten: Registrierung bei der stiftung ear
  • Ausweis (Reisepass, Personalausweis oder unbefristeter Aufenthaltstitel) und Adressnachweis (jünger als 3 Monate) bereit

Die komplette Liste zum Ausdrucken bekommst du mit der kostenlosen TikTok-Shop-Checkliste.

Plattform-Meldepflicht: TikTok meldet deine Verkäufe

Seit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) melden Plattformbetreiber bestimmte Anbieter an das BZSt. Der Verkauf von Waren ist eine „relevante Tätigkeit“ (§ 5 Abs. 1 PStTG). Die Meldung für ein Kalenderjahr geht spätestens bis zum 31. Januar des Folgejahres raus (§ 13 Abs. 1 PStTG).

Ausgenommen ist nur, wer im Meldezeitraum auf derselben Plattform weniger als 30 Verkäufe gemacht und insgesamt weniger als 2.000 Euro Vergütung erhalten hat (§ 4 Abs. 5 Nr. 4 PStTG). Beide Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Wer also 30 Teile verkauft, ist meldepflichtig, auch wenn der Umsatz klein war. Für dich heißt das: Geh davon aus, dass das Finanzamt von deinen Shop-Umsätzen erfährt.

Kleinunternehmer: ja oder nein?

Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weist du keine Umsatzsteuer aus. Das klappt, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr nicht über 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Laut dem Leitfaden des Finanzamts Hessen gilt im ersten Jahr die 25.000-Euro-Grenze.

Was dafür spricht:

  • Weniger Erklärungspflichten, keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen
  • Deine Preise sind für Endkunden keine 19 % höher

Was dagegen spricht:

  • Du kannst dir keine Vorsteuer zurückholen, etwa für Wareneinkauf, Verpackung und Technik
  • Bei schnellem Wachstum ist die Grenze schnell erreicht
  • Ein Verzicht auf die Regelung bindet dich mindestens fünf Kalenderjahre (§ 19 Abs. 3 UStG)

Gerade im Handel mit Wareneinkauf lohnt sich ein genauer Blick, bevor du dich festlegst. Alles Weitere steht im Ratgeber Kleinunternehmer 2026. Verkaufst du an Privatkunden in anderen EU-Ländern, solltest du dir zusätzlich die OSS-Anmeldung ansehen.

Und die Creator, die deine Produkte verkaufen?

Viele Shops wachsen über Affiliates, also Creator, die deine Produkte in Videos und Lives zeigen und dafür Provision bekommen. Für diese Creator gilt eigenes Steuerrecht: Laut Finanzamt Hessen sind Affiliate-Provisionen Betriebseinnahmen, und kostenlose Produkte, die nach der Werbung behalten werden dürfen, ebenfalls. Wenn du Samples verschickst, hilft es deinen Creatorn, wenn du klar sagst, ob die Ware zurückkommen muss oder behalten werden darf, und den Wert nennst.

So hilft dir GründerX

Gewerbe, Fragebogen, USt-IdNr., LUCID: Das sind viele Formulare für jemanden, der eigentlich nur verkaufen will. In GründerX führt dich der KI-Co-Pilot Felix Schritt für Schritt durch Gewerbeanmeldung, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und USt-IdNr. Er erklärt jedes Feld verständlich. Den ganzen Ablauf findest du im Guide TikTok Shop starten und auf unserer Seite zu TikTok Shop. Felix ersetzt keine Steuerberatung, bereitet dich aber gut darauf vor. GründerX gibt es ab 64,99 Euro im Monat inklusive USt., monatlich kündbar.

Häufige Fragen

Brauche ich für TikTok Shop eine USt-IdNr.?

Laut Onboarding-Leitfaden der TikTok Shop Seller University ist sie für die Kategorie „Einzelunternehmer*in“ in Deutschland erforderlich. Für „Gewerbliche*r Verkäufer*in“ ohne registrierte Geschäftseinheit verlangt TikTok stattdessen eine persönliche Steuernummer. Für die GbR ist die USt-IdNr. laut Leitfaden Pflicht.

Wie alt muss ich für TikTok Shop sein?

Mindestens 18 Jahre, so steht es im TikTok Newsroom.

Wie lange dauert es, bis ich die USt-IdNr. habe?

Eine feste Dauer nennt das BZSt nicht. Sicher ist: Die Nummer wird erst nach deiner umsatzsteuerlichen Erfassung beim Finanzamt vergeben und nur per Post verschickt.

Meldet TikTok meine Umsätze ans Finanzamt?

Plattformbetreiber melden Anbieter nach dem PStTG an das BZSt. Ausgenommen bist du nur bei weniger als 30 Verkäufen und zugleich weniger als 2.000 Euro Vergütung im Kalenderjahr.

Muss ich mich bei LUCID registrieren, wenn ich nur wenige Pakete verschicke?

Laut Zentraler Stelle Verpackungsregister muss registriert sein, wer in Deutschland verpackte Waren vertreibt. Eine Mindestmenge nennt die Seite dafür nicht. Details erklärt unser Ratgeber zu LUCID.

Kann ich als Kleinunternehmer bei TikTok Shop verkaufen?

Die Kleinunternehmerregelung ist eine Frage des Steuerrechts, nicht von TikTok. Die Grenzen sind 25.000 Euro Vorjahresumsatz und 100.000 Euro im laufenden Jahr. Welche Steuerangaben TikTok im Onboarding verlangt, hängt von deiner gewählten Unternehmensart ab.

Quellen

#TikTok Shop#E-Commerce#Gewerbe#USt-IdNr#LUCID

Steuerfristen & Neuigkeiten für Gründer

Kurze Mail, bevor eine Frist abläuft oder sich für Gründer etwas ändert – höchstens zwei pro Woche, meist seltener.

Erstellt von der GründerX-Redaktion mit KI-Unterstützung (Felix von GründerX), Stand 25. Oktober 2026. Verantwortlich für den Inhalt: Sonni Buttke, Gründer von GründerX. Keine Steuer- oder Rechtsberatung – im Einzelfall Steuerberater fragen.